Die Sehnsucht nach Nestwärme – nach Liebe, Nähe, Geborgenheit, Anerkennung, Wertschätzung, Schutz, Sicherheit und nach einem bedingungslosen Willkommen- und Angenommensein – ist Ausdruck unserer frühkindlichen Grundbedürfnisse. Das Innere Kind umfasst damit alles innerhalb von Sein, Fühlen und Erleben. Positive und negative frühkindliche Erfahrungen sind im Unterbewusstsein gespeichert und können unter bestimmten Bedingungen dem Bewusstsein zugänglich und damit wieder erlebbar werden. Somit sind kindliche Neugier, Begeisterungsfähigkeit, Staunen, Lebendigkeit, Spontanität und ganz im Moment sein oder auch Verwundbarkeit und Ängste vor Verletzungen und Zurückweisung erfahrbar. Das verwundete Innere Kind steht für alle tief empfundenen, oft verdrängen Gefühle aus der Kindheit wie Angst, Wut, Trauer, Scham, Schuld oder Verlassenwerden, die Ausdruck innerer Verletzungen und emotionaler Traumata sind.
Wir können das, was wir in der Gegenwart erleben, häufig nur verstehen, wenn wir das kosmische Prinzip von Ursache und Wirkung und die Lehre des Resonanzgesetzes in die Betrachtungsweise mit einbeziehen. Unerlöste Themen aus der Vergangenheit bewirken unbewusst die Anziehung traumatischer Erfahrungen, Blockaden und Denkweisen, die das Leben im Hier und Jetzt unnötig belasten. Ängste, Partnerschaftsprobleme, familiäre Konflikte und psychosomatische Krankheiten sind die häufigsten Folgen. Jeder Mensch steht als geistiges Wesen, das irdische Erfahrungen macht, im Zentrum des Erkennens, Bewusstwerdens und Handelns. Aus holistischer Sicht sind psychosomatische Symptome Ausdrucksform eines ungelebten Lebens. Somit gilt es, die abgespaltenen Wesensanteile, die bisher nicht gelebt werden durften (oder konnten), heilsam zu berühren und ins Leben zu integrieren.
Viele schmerzhafte Erfahrungen und emotionale Verletzungen, die Bindungs- und Entwicklungstraumata zur Folge haben können, sind uns nicht bewusst in Erinnerung. Wir haben den emotionalen Schmerz unterdrückt, weil wir als Kinder noch keine andere Möglichkeit zur Bewältigung hatten. Diese emotionalen Spuren sind im Unterbewusstsein gespeichert. Die Folgen dieser seelischen Verletzungen sind bis in die Zellebene hinein wirksam und blockieren und sabotieren unbewusst unser inneres Wachstum und unser Lebensglück in der Gegenwart, unsere Partnerschaft, bestimmen die Beziehung zu unseren Mitmenschen und welche Erfahrungen wir in unserem Berufsleben machen. Meist haben schon unsere Eltern oder Ahnen dieselben belastenden Gefühlsmuster in sich getragen und haben diese weitergegeben. Deshalb ist es sinnvoll, im Hier und Jetzt Verantwortung für das eigene Lebensglück zu übernehmen und einen liebevollen Kontakt zum Inneren Kind aufzunehmen, um die destruktiven Muster zu durchbrechen. Negative Selbstbilder und Emotionen, einschränkende Glaubenssätze und Selbstsabotagemuster können überwunden werden. Wir dürfen diesen kindlichen Anteil in uns selbst (wieder) entdecken und für ihn Verantwortung übernehmen. Dann kann unsere unbewusste Identifikation mit diesem Teil aufhören und wir brauchen die Entbehrungen unserer Kindheit nicht mehr zu wiederholen. Auf diese Weise versöhnen wir uns nicht nur tief mit uns selbst und mit unserem Leben, sondern auch mit allen Menschen, die uns in der Vergangenheit Leid zugefügt haben.